Motorradtour


Rund um den Mont Blanc oder der Weg ist das Ziel

Biker des Musikvereins unterwegs zwischen Genfer See und Grenoble. Am Freitag, kurz nach 8 Uhr, ging es bei strahlendem Sonnenschein aber recht frischen Temperaturen über die A 81 gen Süden. Nach einem kurzen Stopp an der Grenze um sich die Beine zu vertreten und eine Vignette zu kaufen ging es auf den Schweizer Autobahnen weiter über Zürich, Bern in Richtung Genfer See. Da wir zügiger als geplant vorankamen, haben wir bereits in Bulle die Autobahn verlassen und mit dem Col de Mosses unseren ersten Pass unter die Räder genommen. In Monthey kehrten wir dann auf unsere geplante Route zurück und verließen über den Pas de Morgins bereits wieder die Schweiz und tauchten in die nördlichen Seeaipen ein. Galt es doch in den folgenden Tagen rd. 50 Pässe zu bewältigen, mit Anund Rückfahrt sogar 53!

Wie üblich war in Frankreich auf den Straßen praktisch kein Verkehr. Nur ein paar Radfahrer und jede halbe Stunde mal ein Auto benötigten erhöhte Aufmerksamkeit. Die Straßen waren in einem sehr guten Zustand und viele Pässe sogar frisch geteert (Tour de France?). Den ersten Blick auf den Mont Blanc konnten wir kurz vor dem Col de Ramaz erhaschen und nach dem Col de Cou lag uns plötzlich der Genfer See zu Füssen. Nach weiteren kleinen Pässen fanden wir in Entremont (zwischen Annecy und Cluses) im Hotel du Mont Blanc unsere erste Unterkunft für die Nacht.

Pünktlich um 9 Uhr ging es am nächsten Tag gestärkt bei unverändert strahlendem Sonnenschein und maximal 20 Grad weiter über 7 Pässe Richtung Aix-Ies-Baines. Ein Stopp am Mont Revard war obligatorisch und der Blick in Richtung Mont Blanc und hinunter zum Lac de Bourget war nicht nur durch die GIasboden-Aussichtsplattform atemberaubend. Über den Mont du Chat ging es weiter ins Massif de la Chartreuse. Mitten im Nationalpark fanden wir glücklicherweise nach doch etwa ausgedehnter Suche eine Bleibe für die Nacht. Durch die späte Ankunft mussten wir uns zwischen Abendessen und Fußballspiel Deutschland-Schweden entscheiden (Ausgang 4:1 für das Abendessen, welches wir auch gerne für das Spiel als Ergebnis gehabt hätten).

Bei unverändert tollem Wetter und angenehmen Temperaturen ging es am nächsten Morgen weiter nach Grenoble, das Skigebiet Chamrousse und über den Col de Luitel nach Le Bourg d’Oisons, unserm diesjährigen südlichen Wendepunkt. Mit genügend Hubraum und PS erklommen wir ohne große Anstrengung die Serpentinen nach Alp d’Huez. Eine Rast bei herrlicher Aussicht gönnten wir uns dennoch. Gestärkt ging es wieder hinunter über Villard und hinauf zum Col du Glandon. Über weitere kleine Pässe erreichten wir am frühen Abend Albertville, wo wir die vorletzte Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag galt es noch die höchsten Pässe der diesjährigen Tour zu erklimmen. Das Entree lieferte der Col de Pré und der Cormet de Roselend, der hinab nach Bourg-St. Maurice führt, bevor der über 20 km lange Aufstieg zum kleinen St. Bernhard startete und wir mit der Passhöhe Italien erreichten. Erneut begleitete uns der Mont Blanc und bei der Fahrt nach Aosta musste für den Anblick der Monte Bianco Ostflanke mehrmals eine kurze Rast eingelegt werden. Mit dem Aufstieg zum Großen St. Bernhard (2.473 m) verließen wir schon wieder italien und erreichten mit der Passhöhe wieder die Schweiz. Mit einem kleinen Abstecher über den Col des Planches und den Col de la Croix erreichten wir unser letztes Nachtquartier in Les Diablerets.

Das Wetter zeigte sich auch am letzten Tag von seiner besten Seite. Noch schnell über den letzten kleinen Pass, den Col du Pillon, ging es wieder niederen Gefilden zu. Über Gstaad ging es das Simmental mit herrlichen Kurven Richtung Thun. Kurz vor Thun galt es nochmals kurz eine Rast einzulegen um den herrlichen Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau im gleisenden Sonnenlicht zu genießen. Kurz nach Thun ging weiter durch da Emmental gen Norden. 40 km vor Zürich erreichten wir dann wieder die Autobahn, welche wir praktisch erst in Böblingen Hulb wieder verlassen haben.
Um 17:30 Uhr kamen wir etwas erschöpft aber glücklich und unfallfrei nach 2045 erlebnisreichen, landschaftlich reizvollen Kilometern wieder in Gerlingen an.

Wetter , Temperaturen und die Routenführung machten diese Ausfahrt zu einem Highlight in der bisherigen 19maligen Ausfahrtshistorie.